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IchZeit Rheinland Pfalz
26.09.2014 von: Tina Wilhelmus
26
Sep
Tina Wilhelmus von
Tina Wilhelmus

MYTHOS MOSEL – A New Wave of Mosel-Winzer?!

 Eindrücke einer Reise zu Lieblingsweingütern & Neuen Helden
von Tina Wilhelmus & Susann Pfeiffer

Deckblatt Flyer

Tina: Mythos Mosel… diese beiden Begriffe passen nicht nur alliterarisch wunderbar zueinander. Kaum ein anderes der deutschen Weinanbaugebiete kann mit so vielen Mythen aufwarten, wie das Tal zwischen Koblenz und Trier/Luxemburg.

Seit die Römer vor 2000 Jahren den Moselfranken Nachhilfe im An- und Ausbau gegeben haben, ranken sich zahlreiche Sagen & Geschichten um den Moselwein. Und mit ihnen ritt das Mosel-Image durch die Jahrhunderte auf den Mode-Wellen der Weinszene auf und ab zwischen Weltruhm und Bedeutungslosigkeit. Letzteres Los hatte man – abgesehen von einigen Spitzenwinzern – auch wieder bis vor einigen Jahren, bis etwas Wunderbares geschehen ist:
Eine junge, gut ausgebildete Generation von Winzern & Gastgebern hatte es satt, sich weiter mit den Vorurteilen herumzuärgern, dass Mosel angeblich nicht gefragt sei, die Weine nur süß könnten aber „echte Weinkenner“ eben trocken bevorzugten oder dass ausschließlich silberlockige Rentner oder Kegelclubber dorthin in Urlaub fahren würden.
Es wurde Zeit für eine Erneuerung!
Den Weinen wurde sich wieder in Vollzeit statt im Nebenerwerb gewidmet, Kirchturmdenken wich einer neuen Aufgeschlossenheit, die Last der Steillage wurde zur Leidenschaft und Reduktion & Selektion & Geduld lösten die schnelle Produktion großer Mengen ab, was zu unglaublich spannenden, individuellen und filigranen Ergebnissen führte.
Auch bei den Gastgebern wurde kräftig investiert: Dunkle Eiche-Schrankwände wichen moderner Innenarchitektur, regionale Produkte & Rezepte eroberten die Speisekarten und für die Weinkarten musste man sich auch nicht länger (fremd)schämen.

Lange Rede kurzer Sinn: A New Wave of Mosel machte sich auf, die Welt (neu) zu erobern. Zunächst einmal schwappte diese Welle über den Teich nach USA, Skandinavien und Süd-Ost-Asien, wo der Mosel-Riesling als hipper „Geheimtipp“ gehandelt wurde.

Innerhalb von Deutschland sowie den Nachbarländern hielten und halten sich jedoch hartnäckig alte Mythen von den angeblichen Moselochsen.

Eben dieser – viel zitierte und diskutierte, gelobte und verdammte – Moselochsen-Artikel von Jakob Strobel y Serra gab der Bewegung den nötigen Kick: Kochte man vorher sein Riesling-Süppchen vornehmlich innerhalb von Orts- oder Verbandsgrenzen, fühlte man sich nun kollektiv in seiner Ehre gekränkt und beschloss, gemeinsam der Welt zu zeigen, was die Mosel so drauf hat. Ein bereits jetzt schon legendäres Treffen im Weingut Markus Molitor soll den Startschuss gegeben haben. Mitglieder der Vereinigungen Moseljünger, Klitzekleiner Ring, Bernkasteler Ring und VDP sowie weitere „verbandslose“ Winzer beschlossen, den Phoenix aus der Asche auferstehen zu lassen.

Mythos Mosel“ war geboren und ist gekommen, um zu bleiben!

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(Foto: Kristina Schuster)

Über die Premiere von „Mythos Mosel“ berichtet euch Susann Pfeiffer aus Stuttgart, die passend zum Anlass zu Ihrer ersten Moselreise aufgebrochen ist:

Susann: Immer schon Mosel getrunken, aber noch nie an der Mosel gewesen – diesem leidigen Missverhältnis einer Rieslingliebhaberin sollte endlich ein Ende gemacht werden. „Mythos Mosel“, also 25 Weinhöfe mit 50 Winzern in 5 Weindörfern entlang von 20 km, lieferte dafür einen vielversprechenden Rahmen. Und Tina, die ich beim Vinocamp 2014 kennen gelernt habe, empfing mich mit offenen Armen und einem Gästezimmer. Die Zugaussichten ab Koblenz auf den vergnüglich dahinschlängelnden Fluss und seine Steilhänge, die pittoresken Lagen-Bezeichnungen und Veranstaltungsplakate für lokale Weinfeste ließen schon ahnen, dass Wein hier die Hauptrolle spielt.
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Samstag ging es dann für uns ab Leiwen zu Fuß weiter. Start war das Weingut Carl Loewen in der Matthiasstraße – gut zu erkennen durch die schicken grauen Fahnen, wenn man einmal in Sichtweite war. Im Weingut selbst war alles sehr entspannt. Durchs Gutshaus hindurch bewaffnet mit einem Verkostungsglas und Identifizierungsbändchen führte der Weg in den Garten, wo sich neben dem Verkostungstisch von Christopher Loewen drei weitere Weingüter aufgebaut hatten: Franzen, Loersch und Clemens Busch.

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Alle hatten eine repräsentative Auswahl ihrer Weine mitgebracht, Verkostungslisten vorbereitet und das Beste war, die Winzer waren selbst vor Ort und beantworteten geduldig alle Fragen zu Restsüße, Hangneigung, Schieferfarbe und Qualitätsstufe.

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Toller Start, interessante Einblicke und feine Tropfen. Vier Weingüter an einem Vormittag – da brauchte es noch ein bisschen Grundlage um aus dem weiteren Wein-Wandern kein Wein-Wanken zu machen. Wie gut, dass im Weingut Loewen auch noch ein Koch seine transportablen Herdplatten angeworfen hatte, nicht um dort den x-ten Spießbraten ins Brötchen zu schieben, sondern um Jakobsmuscheln und Zander zart anzubraten und mit Chutney oder Sauerkraut-Kartoffelbrei zu servieren.

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So verwöhnt ging es munter weiter zum nächsten Weingut und damit zu Nik Weis in den St. Urbans-Hof, wenig mehr als einen Steinwurf von Loewen entfernt. Neben seinen eigenen Weinen konnten im schön angelegten Verkostungsraum des St. Urbans-Hofs auch eine vielfältige Auswahl von Markus Molitor einer Gaumenprüfung unterzogen werden – beide Kollektionen waren eine Wohltat für alle Sinne.

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Weiter gings, diesmal aber mit dem extra eingerichteten Shuttle-Bus nach Trittenheim. Hier hatten vier Weingüter ihr Tore geöffnet und andere Winzer zu sich eingeladen. Eine Neuentdeckung für mich war Stephan Steinmetz aus Wehr, der im Weingut Claes-Schmidt Quartier bezogen hat und dort plauderfreudig seine Burgunderlinie samt Gesteinsproben präsentierte. Den Punkt auf mein „i“ setzten dann die Weine von Eva Clüsserath vom Weingut Ansgar Clüsserath. Hier war das Publikum richtig international – kein Wunder neben Eva’s Weinen konnten auch die Weine ihres Mannes Philipp Wittmann und die vom Weingut Heymann-Löwenstein einer Gaumenprobe unterzogen werden. Unterdessen war mit 18 Uhr das Ende des ersten Tages erreicht und ich hatte schon lange nicht mehr einen so gelungen Wein-Wander-Verkostungs-Tag erlebt. Nächstes Jahr zieht die Veranstaltung weiter den Fluss entlang und soviel ist klar: Ich ziehe mit!

 

Zum Nach- und Weiterlesen:

Mythos Mosel Webseite und Facebook-Seite

Foto-Impressionen 1 (Kristina Schuster) und Foto-Impressionen 2 (Ute Herzog)

KARL J. PFAFF (European News Agency): Mythos Mosel Teil I“

CHRISTIAN SCHUMANN „Schumann unterwegs: Moselwoche für Fortgeschrittene Teil 1“

DIRK WÜRTZ (Stern.de – Weinschule Deutschland) „Die besten Weine von der Mosel“ (Video)

DIRK WÜRTZ (wuertz-wein.de) “Ick bin ein Moselaner”

DIRK WÜRTZ (Stern.de Easy Drinking – Der Weinblog) Möselchen…“

FELIX BODMANN (schnutentunker.de) Ausflug an die Mosel


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