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IchZeit Rheinland Pfalz
23.05.2013 von:
23
Mai
Victoria
von
Kategorie:

Der Weg zur Weinkönigin – ein kleiner Blick durchs Schlüsselloch

Eine Frage wird mir immer wieder mal gestellt, vor allem von Menschen, die nicht in einem Weinanbaugebiet zu Hause sind: Wie wird man eigentlich Weinkönigin? Im Falle von Ortsweinköniginnen konnte ich diese Frage bisher wie folgt beantworten: Entweder man wird vom Ortsvorstand gefragt, oder man stellt sich einer internen Wahl, oder man ergreift selbst die Initiative und meldet sich freiwillig. Das Vorgehen ist je nach Ort unterschiedlich und ist auch abhängig von der Anzahl der Freiwilligen (die in den vergangenen Jahren übrigens tendenziell eher abnimmt, weil das Amt sowohl inhaltlich anspruchsvoller als auch zeitintensiver geworden ist).

Dieses Jahr nun durfte ich zum ersten Mal bei der Wahl einer Gebietsweinkönigin im Wahlkomitee sitzen, (genauer gesagt bei der Wahl der Ahrweinkönigin) und konnte mein Wissen in Bezug auf den „Weg zum Weinköniginnen-Dasein“ dadurch entscheidend erweitern. Deshalb nutze ich nun die Gelegenheit, um Euch die dort gewonnenen Erkenntnisse hier im Blog weiterzugeben und Euch sozusagen einen „Blick durchs Schlüsselloch“ zu gewähren.

Die Kandidatinnen zur Wahl zur Ahrweinkönigin 2013

Die Kandidatinnen zur Wahl zur Ahrweinkönigin 2013

Im Vorfeld zu allen Gebietsweinköniginnen-Wahlen wird ein Aufruf zur Bewerbung gestartet. Die Anforderungen sind in allen Anbaugebieten vergleichbar: Die jungen Frauen sollten sich dem Wein des Anbaugebietes verbunden fühlen, mindestens 18 Jahre alt und unverheiratet sein. Sie müssen nicht unbedingt aus einer Winzer- oder Weinhändlerfamilie stammen; berufliche Tätigkeit in der Weinbranche, besondere Kenntnisse in Weinbau oder Kellerwirtschaft qualifizieren ebenso für das Amt. Erfahrungen als Ortsweinkönigin sind hilfreich, aber keine Bedingung. Wichtige Eigenschaften für das Amt  sind – neben Kenntnissen über das Anbaugebiet und seine Weine – Kontaktfreudigkeit, Witz, Charme und Schlagfertigkeit.

Aber zurück zur Wahl der Ahrweinkönigin. Während in anderen Anbaugebieten die Fachbefragung (Prüfung des Weinwissens) meist von einer Abendveranstaltung mit großem Publikum (Prüfung von Witz, Spontaneität und Bühnentauglichkeit) getrennt ist, wird im Ahrtal beides in einer Befragung abgedeckt. In diesem Jahr präsentierten sich sieben Ortsweinköniginnen aus dem Ahrtal der Jury, die neben mir noch ca. 50 weitere Mitglieder umfasste und sich unter anderem aus Vertretern des Ahrwein e.V., des Tourismus, politischen Würdenträgern und Journalisten zusammensetzte. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde verließen alle Kanidatinnen den Raum, um sich dann einzeln der Prüfung durch der Jury zu stellen.

Zunächst sollte jede der Anwärterinnen der Jury einen Wein vorstellen, den sie sich im Vorfeld selbst aussuchen konnte. Während ihrer Ausführungen verkostete die Jury den Wein selbst und konnte sich so von der Wahrheit der Worte überzeugen. Danach wurden den Kandidatinnen Fragen zu den Themengebieten Wein, Tourismus und Heimatkunde gestellt, wobei sowohl fachliche Kompetenz, als auch Witz und Spontaneität gefragt waren. (Der besseren Vergleichbarkeit halber wurden übrigens jede der Kanidatinnen die gleichen Fragen gestellt, was nicht bei jeder Wahl der Fall ist.)

Damit Ihr Euch ein besseres Bild vom Anspruch einer solchen Befragung machen könnt, hier ein paar Beispiele: „Bitte nennen und erläutern Sie die unterschiedlichen Verfahren der Sektbereitung“, „Was sagen Sie dazu, dass, um die Weinqualität zu erhöhen, oft der Ertrag reduziert und damit auch potenzielle Lebensmittel vernichtet werden?“, „Sie werden mit Ihrem Dienstwagen geblitzt. Mit welcher originellen Ausrede würden Sie den Polizisten überzeugen, von einem Knöllchen abzusehen?“.

Man sieht also, die Anforderungen sind hoch und sie zu erfüllen ist, insbesondere in einer solchen Prüfungssituation, sicher nicht einfach. Entsprechend aufgeregt waren auch alle Kandidatinnen, aber jede von ihnen meisterte die Herausforderung so hervorragend, sodass uns als Jury schließlich die Qual der Wahl blieb. Abgestimmt wurde in geheimer Wahl, bis eine Kandidatin die absolute Mehrheit erreichte und – soviel sei verraten – es wurde richtig spannend, denn alle Kandidatinnen lagen eng beieinander. Schließlich aber stand das Ergebnis fest und wurde wenig später auf dem Marktplatz von Ahrweiler verkündet. Und so wurde die freudestrahlende Jennifer Knieps aus Walporzheim von ihrer Vorgängerin Julia Migend zur Ahrweinkönigin gekrönt.

Julia Migend krönt Jennifer Knieps zur neuen Ahrweinkönigin

Julia Migend krönt Jennifer Knieps zur neuen Ahrweinkönigin

Mein Fazit des Tages: Es war ein tolles und wahnsinnig spannendes Erlebnis, einmal an einer solchen Wahl teilnehmen zu dürfen und mein Respekt vor den jungen Frauen, die sich dieser Herausforderung stellen, ist an diesem Tag nochmal deutlich gewachsen!


6 Antworten zu “Der Weg zur Weinkönigin – ein kleiner Blick durchs Schlüsselloch”

  1. Christian sagt:

    Sehr schöner Beitrag! ;D

  2. Victoria sagt:

    Danke Dir! 🙂

  3. Eike sagt:

    Jetzt bin ich aber auch neugierig auf die Antworten auf die Frage: „Mit welcher originellen Ausrede würden Sie den Polizisten überzeugen, von einem Knöllchen abzusehen?“ 🙂

  4. Victoria sagt:

    Liebe Eike, hier ist eine kleine Auswahl der gegebenen Antworten:
    – Mein Lieblingsfußballverein, der 1. FC Köln, hat grade mal wieder verloren und ich hatte jetzt das ganz dringende Bedürfnis, mich mit einer Flasche Spätburgunder zu trösten…
    – Wahrscheinlich würde ich ihm statt einer Ausrede eine gute Flasche Wein anbieten, natürlich zusammen mit einer exklusiven Verkostung mit mir…
    – Also da ich selbst bei der Stadtverwaltung arbeite, würde ich mich dieses Problems wahrscheinlich einfach ganz diskret entledigen…

  5. Eike sagt:

    🙂 Dankeschön. Auf diese Antworten muss man erst mal kommen. Insbesondere in so einer „Prüfungssituation“ …

  6. Weinheidi sagt:

    Das hast Du aber schön geschrieben. Toller Artikel und interessant. Die Antworten der Mädels sind spitze. Grüßle ins WeinReich.

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