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IchZeit Rheinland Pfalz
10.10.2014 von: Tina Wilhelmus
10
Okt
Tina Wilhelmus von
Tina Wilhelmus

Tief ins Glas geschaut bei… Markus Molitor

Letztes Jahr räumte Markus Molitor bei der Rieslingauktion des Bernkasteler Rings im Nells Park Hotel so richtig ab. Seine 2010er Zeltinger Sonnenuhr Riesling Trockenbeerenauslese*** erzielte mit 3100 Euro netto das bis dato höchste Gebot auf der seit 1901 stattfindenden Weinversteigerung.

Diese TBA probieren zu dürfen war ein besonderes Erlebnis und kommt in meiner Top 10 gleich nach einer Flasche Champagner Pol Roger aus dem Jahr 1911.

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Nur ein paar Tage nach der Auktion fand die Jahrgangspräsentation im Weingut Markus Molitor statt und ich war gespannt wie ein Flitzebogen eine große Kollektion seiner Weine probieren zu können. Leider machte mir eine schwere Erkältung einen Strich durch diese Rechnung. Dieses Jahr stand der Expedition allerdings nichts im Wege und so begab ich mich am dritten Septemberwochenende ins Haus Klosterberg – man könnte auch sagen, in den Himmel auf Erden für Weinliebhaber und Weinwertschätzer.

klaIMG_6924  Jahrgangspräsentation im Weingut Markus Molitor

Was mich erwartete, ist kaum zu beschreiben: 40 spannende Rieslinge aus dem Jahr 2013. Den Reigen eröffneten die filigranen feinfruchtigen Gutsrieslinge „Haus Klosterberg“ und anschließend schwebte ich vom Kabinett bis zur Trockenbeerenauslese durch die besten Weinlagen der Region um Bernkastel-Kues (Zeltinger Sonnenuhr, Himmelreich und Schlossberg, Ürziger Würzgarten, Erdener Treppchen, Graacher Himmelreich, Bernkasteler Badstube und Lay, Wehlener Sonnenuhr usw.) sowie einiger Saar-Lagen (Saarburger Rausch, Ockfener Bockstein).
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Wie Alex Schilling in seinem Weinblog bereits konstatiert hat, stehen die Weine von Markus Molitor in erster Linie für drei Dinge:

  • Kompromissloser Qualitätsanspruch bei An- und Ausbau
  • Unverwechselbare Lagenauthentizität
  • Unglaubliches Reifepotential

Die Molitor-Qualität erzeugt man nur mit sehr viel Fachkompetenz, Geduld, intensiver Handarbeit und dem nötigen Selbstbewusstsein, Dinge so umzusetzen, wie man sie für richtig hält (nachzulesen in der ausführlichen Philosophie auf der Weingut-Webseite). Schön, wenn dieser Anspruch eine Wertschätzung erfährt und so ist das Weingut in den letzten Jahren völlig zurecht im publizierenden Weinkosmos sehr präsent. Die Vinum nennt ihn den „Meister der selektiven Lese“, Falstaff kürt ihn zum „Winzer des Jahres 2014“, Robert Parker bewertet seine Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese*** mit der Höchstpunktzahl von 100 Punkten, er ist Sieger des Grand Pinot Noir Award 2012 etc.

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Was die Lagencharakteristik angeht war diese für mich an diesem Tag nirgendwo so eindeutig wie bei der Verkostung der beiden 2013er Sonnenuhren – eine aus Zeltingen, eine aus Wehlen. Diese beiden Lagen liegen direkt nebeneinander – wie man sich bei Weinlagen-Info ansehen kann – und dennoch empfand ich kaum zwei Rieslinge an diesem Tag unterschiedlicher. Dieses Battle der Sonnenuhren gewann an diesem Tag für mich Zeltingen, denn dieser Wein hatte eine solche Fülle an gelben, vollfruchtigen Aromen, dass bei jedem Schluck die Sonne aufzugehen schien. Wehlen zeigte sich dagegen sehr viel verschlossener und mit einer sehr präsenten Säure, welche die vorhandene Aromenvielfalt lediglich im Nachhall erahnen ließen.

Tja, das schreit jawohl danach, von jedem eine Kiste einzupacken und zu sehen, wie sich die Weine in den nächsten Jahren entwickeln und ob der momentane Underdog noch aufholen kann.

2008 Zeltinger Sonnenuhr Spätlese zu Kalbsterrine „Klosterberg“ mit Aprikosen Chutney des Eurener Hof

Das enorme Reifepotential konnte ich bereits bei einer Verkostung im Rahmen der ProWein erfahren und so war meine Vorfreude auf die älteren Jahrgänge riesig. Unglaubliche 18 gereifte Riesling-Spezialitäten wurden präsentiert, darunter Vertikalproben trockener Auslesen aus dem Niedermenniger Herrenberg (2005-2010) sowie zehn Versteigerungsspätlesen der Zeltinger Sonnenuhr (1995-2009). Allesamt überzeugend und harmonisch (mein Highlight: 2008… unglaublich, wie sich dieser Jahrgang entwickelt hat!).

Da war keine einzige Flasche darunter, die in naher Zukunft verzehrt werden müsste und so hat diese eindrucksvolle Raritätenprobe meine Motivation noch einmal gestärkt, die Kisten, die ich in meinem Weinkeller ganz nach hinten geräumt habe, auch tatsächlich in den nächsten 20 Jahren nicht mehr anzutasten ;-).

Markus Molitor - Pinot Noir

Als sei dies alles noch nicht genug gab’s neben den Rieslingen, die ca. 94 % von Molitor’s Rebflächen für sich beanspruchen, auch noch zwei Pinot Blancs aus 2013 und sechs Pinot Noirs aus 2011 zu verkosten. Hier zeigt sich eindeutig, dass Mosel auch mehr als Riesling kann, wenn man bereit ist, einige Top-Lagen für die Burgunder zu opfern. Wen’s interessiert: Hier geht’s zu den Verkostungsnotizen aus „Der Weinblog“.

Markus Molitor & Eike Kaspari Jahrgangspräsentation im Weingut Markus Molitor

Neben mir kamen noch etwa 600 weitere Weinliebhaber an drei Tagen in den oben beschriebenen Genuss, wobei es im Verkostungsraum nie unangenehm voll wurde und Markus Molitor und Eike Kaspari sowie die Mitarbeiter des Weingutes sich immer auch Zeit für ein Gespräch genommen haben und sich auch sehr interessante Gespräche unter den Gästen entwickelt haben.

Jahrgangspräsentation im Weingut Markus Molitor

Mana Binz interessiert sich eigentlich vorrangig für trockene Weine, ist aber sehr positiv überrascht von der feinherben Kollektion und malt sich schon die Abende aus, an denen sie diese ihren Freunden bei einem leckeren Essen präsentiert.

Jahrgangspräsentation im Weingut Markus Molitor

Bernd Lauxen und Verena Molitor zählen die 2003er zu ihren Lieblingsweinen, schätzen aber auch die Weiß- und vor allem Spätburgunder.

Jahrgangspräsentation im Weingut Markus Molitor

Familie Schrader aus Denver (USA) ist zum ersten Mal an der Mosel. Bisher ist ihr Weinkeller überwiegend mit Rotweinen aus dem Nappa Valley oder Sauvignon Blanc aus Neuseeland gefüllt. Wie gut, dass ihr ehemaliges Au-Pair Verena Armbruster und ihr Freund Florian Botzet – selbst ein aufstrebender Jungwinzer – ihnen jetzt Nachhilfe in Sachen Riesling geben. Herr Schrader ist überrascht, sowohl von der „beautiful landscape“ als auch von der Aromenfülle und Leichtigkeit der trockenen Weine. Auch er glaubte bislang, die Weine der Mosel seien allesamt süß.

Jahrgangspräsentation im Weingut Markus Molitor

Manfred Pazen kennt das Haus Klosterberg schon aus Kindertagen. Er und Bärbel Hanke sind begeistert vom stilvollen Ambiente nach der intensiven Restaurierung der letzten Jahre. Elegant, edel und hochwertig, gleichzeitig zurückhaltend und ohne aufdringlich zu sein. Alles ist stimmig und spiegelt die Charakteristik der Weine wieder.

Fazit: Eins ist klar, aufgrund der schlechten Zinslage werde ich demnächst mal das Sparbuch plündern und in Markus Molitor investieren. Da bin ich mir sicher, dass mir diese Investition auch noch in 20 Jahren Spaß machen wird 🙂

Zum Weiterlesen: markusmolitor.com

 

 

 

 



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1 Kommentar »

  1. Wetzel W. Weber — 11.09.2015 @ 00:27

    Wer den Wein verstehen will muss auch die Geschichte kennen.

    Die kleinen Moseldörfchen stecken voller Geschichte und Geschichtchen, dessen Zeitzeugen heute noch viele historische Gebäude sind. Doch diese können leider nicht erzählen. Wer durch Zeltingen und Rachtig und die umgebende Mittelmosel wandert, sollte vielleicht einmal einen Blick auf http://www.beiwebers.de/kuniberts-erben/ werfen. Geschichten aus diesen beiden Moseldörfern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Da werden die Häuser und die Histörchen wieder lebendig!

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