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IchZeit Rheinland Pfalz
18.06.2014 von:
18
Jun
Manes Meckenstock
von

Mosel-Weinfreunde: Urlaub im Herzen der Mosel

Vor 30 Jahren hat´s mich für eine Fortbildung an die Mosel verschlagen: Vier Wochen Trier im Januar. Lebendig ist anders! Nach ein paar Tagen hatte ich mich dann aber doch eingefühlt und lernte das Moselland zu schätzen, mit all seiner Widersprüchlichkeit:

Die Landschaft lieblich und schroff – die Leute freundlich, aber doch distanziert – der Wein süß und säuerlich zugleich.

Jetzt darf ich wieder hin, um das Mosel-Weinfreunde-Arrangement zu beschreiben:

„Im Herzen der Mosel“.

 Auf dem Weg dorthin erfülle ich mir einen Wunsch und besuche die Burg Eltz. Sofort bin ich in einer anderen Welt. Man durchläuft einen verwunschenen Wald und erwartet Hänsel und Gretel, beim Blick ins Eltztal glaubt man eine Zaubermühle klappern zu hören, und die Sicht auf die Burg versetzt einen in eine andere Sphäre. Es fehlt eigentlich nur noch Harry Potter, der auf seinem Besen das Gemäuer umkreist. Mit ihren Türmchen, Zinnen und Erkern wirkt die Feste wie aus einem Fantasy-Film. Da die Burg nie zerstört war, ist vieles erhalten geblieben – eine Führung ist Pflicht! Der schönste Raum ist für mich das Rübenacher Schlafgemach, das vollkommen mit Blüten und Blumenranken ausgemalt ist: schlummern wie auf Rosen gebettet! Auch die Schatzkammer macht ihrem Namen alle Ehre!

Auf der Weiterfahrt entscheide ich mich, noch einen drauf zu setzen. Ein gutes Stück weiter liegt das Örtchen Alf und hier führt einen der Moselsteig zum Aussichtsturm Prinzenkopf. Der mühselige Aufstieg lohnt sich: die Aussicht auf die Moselschleife ist spektakulär!

Beim Blick ins Tal wird mir bewusst, mit wie viel Mühsal und Kraxelei die Arbeit in der Steillage verbunden ist. Und ich frag mich: wie teuer müsste der Wein eigentlich sein, damit sich der Wahnsinnsaufwand überhaupt rechnet. Ich erfahre später 20, 25 € Minimum für die Flasche. Versuchen Sie das mal jemandem zu erklären, der sagt „Geiz ist geil!“ und Weine für zwei, drei Euro beim Discounter kauft. Vor 2000 Jahren begannen die Römer Wein an der Mosel anzubauen – hoffentlich bleibt uns die Kultivierung der Steillagen noch eine Weile erhalten.

Die Pauschale beinhaltet eine Verkostung auf einem Premium-Weingut, in unserem Fall bei Markus Molitor. In den Wehlener Weinbergen hat er das Haus Klosterberg übernommen und umfassend renoviert – dafür gab´s 2013 den Architekturpreis Wein.

Die Weinprobe findet in einem Saal statt, der an ein klösterliches Refektorium erinnert: hell, weiß, eine lange Tafel mit Stühlen – fertig! Keine Deko – Nix! Schon mit einer bunten Plastiktüte zerstört man den Gesamteindruck. Wir erfahren, der Winzer möchte, dass der Wein im Mittelpunkt steht und nicht das Drömeröm. Auch ein Ansatz 🙂 Darf man in einem so nüchternen Raum überhaupt trinken? Man darf, wenn auch nur in homöopathischer Dosis. Die Weine sind grandios und stellen das dar, was die moderne Mosel ausmacht: weg vom beliebigen Nacktarsch hin zur Einzigartigkeit.

Weiter geht’s ins Hotel: die Pauschale beinhaltet zwei Übernachtungen mit Frühstück im 3*-Superior-Hotel Zeltinger Hof in Zeltingen-Rachtig, ein familiengeführter Gasthof mit zeitgemäß-gemütlicher Einrichtung. Ich fühl mich direkt wohl.

Die abendlichen Menüs im selben Haus sind auch inklusive (davon später mehr) und so plumpse ich nach einem spannenden Tag satt und weinselig ins Bett.

Mit einer Bootsfahrt beginnen wir den Tag. Wir tuckern Mosel abwärts und erreichen Traben-Trarbach. Kaum vorstellbar, dass dieses Städtchen mal neben Bordeaux der wichtigste Weinhandelsort der Welt war. Der Ort erinnert an eine betagte Verwandte, die früher einmal sehr schön gewesen sein muss, sich aber dann vernachlässigt hat. Ein ordentliches Lifting, und man besucht sie wieder gerne – die „alde Tant Tra-Tra“. Ein paar Gebäude immerhin lassen noch den Glanz der ehemaligen Weinmetropole erahnen. Das Jugendstil-Hotel Bellevue zum Beispiel, das von außen und innen eine Augenweide ist.

Wir betreten das Mittelmosel-Museum in der Barockvilla Böcking und sind die einzigen Gäste. Frau Fuhrmann sitzt an der Kasse und bietet uns direkt an, uns durch´s Haus zu führen und macht dies mit Lust und Leidenschaft. Die Zimmer der Villa sind noch eingerichtet und spiegeln das Wohnen des 18. + 19. Jahrhunderts wieder. Gefüllte Wäscheschränke und gemachte Betten machen Geschichte greifbar.

 Zurück in Bernkastel-Kues merken wir, warum dieses Städtchen als „Herz der Mittelmosel“ gepriesen wird. Es ist ein kleines Schmuckstück mit einem besonderen Juwel, nämlich dem Marktplatz. Bunte Fachwerkhäuser mit prächtig verzierten Giebeln und einem wunderschönen Brunnen strahlen Herzlichkeit aus, kleine Gassen laden zum Bummeln ein. Besonders witzig fand ich das Spitzhäuschen: ein historisches Gebäude mit einem lächerlich schmalen Untergeschoss – die Obergeschosse hängen nach drei Seiten über und scheinen die Parterre zu erdrücken, als müsste ein zartes Mädchen Rainer Calmund stemmen – Huckepack!

Unsere tägliche Burg gib uns heute, also steigen wir zur Ruine Landshut auf. Der Aufstieg durch die Weinberge ist anstrengend, aber wir sind stolz als wir oben ankommen – zeitgleich mit Touristen, die mit dem Auto hochgefahren sind. Faules Pack! Jedenfalls kann ich mich heute Abend mit gutem Gewissen verwöhnen lassen.

Und kaum sind wir unten, fangen wir auch damit an: wir besichtigen das Moselweinmuseum auf der Kueser Seite. Das Thema Weinkultur hier wird multimedial aufbereitet – besonders angetan hat es mir aber die hauseigene Vinothek in einem historischen Gewölbekeller. Über 150 Moselweine sind hier mit Beschreibung präsentiert und können für einmalig 15 € nach eigenem Belieben verkostet (und auch gekauft) werden. Großartig! Ich komme angeheitert hier raus und kann Ihnen nur zwei gute Tipps geben:

– zum einen brauchen Sie eine gute Grundlage, wenn Sie sich hier durch´s Angebot süffeln

– zum anderen probieren Sie nicht nur die großen Namen. Es ist verblüffend, wie viele gute Weine auch von kleinen, unbekannteren Winzern kommen.

Das muss ich abends auch feststellen. Wie am Vortag essen wir im Zeltinger Hof. Hier kocht der Chef noch selbst – und das auch richtig gut! Markus Reis legt größten Wert auf eine frische, regionale Küche ohne Schnörkel. Das Fleisch kommt von glücklichen Tieren und großes Kompliment: auch für Vegetarier und Veganer ist es überhaupt kein Problem etwas Ansprechendes auf der Speisekarte zu finden.

Absoluter Kracher ist eine Weinwand mit einem Angebot von 200 verschiedenen deutschen Flaschen, davon sind 150 im offenen Ausschank, ein Teil davon begleitet das Menü.

Gutes Essen + prima Weine(mpfehlungen) + aufmerksamer Service = Klasse!

Und als der Chef dann noch an den Tisch kommt und fragt, ob´s schmeckt…

Ja, es hat geschmeckt, ein prächtiges Pauschal-Paket! Ich komme wieder – und das schon bald!



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5 Antworten zu “Mosel-Weinfreunde: Urlaub im Herzen der Mosel”

  1. Benno Bauer sagt:

    Der Kommentar hat uns einen sehr schönen Überblick über diese wunderbare Weinregion verschafft und Lust auf mehr gemacht.

  2. Lieber Manes,

    mit diesem Internet-Auftritt „Manes an der Mittelmosel“ und vor allem mit dem dazugehörigen Video hast Du mir / uns richtig
    Lust auf die Mosel und damit natürlich auch auf die entsprechenden
    Häuser /Weingüter und die Natur neugierig gemacht. Nicht, dass ich
    nicht schon des öfteren dort war, aber es sind wieder gute Tipps
    dabei !! Dass der Wein aus den oftmals sehr steilen Weinbergen
    „unbezahlbar“ ist, haben wir uns schon oft gedacht. Es ist „Knochen-
    arbeit.

    Manes mach weiter so – wir freuen uns immer wieder von Dir
    als „Weinbotschafter“ zu hören.

    Herzliche Grüsse
    Hannelore Pützer

  3. Victoria sagt:

    Für alle, die sich die Mosel zum probieren nach Hause holen möchten, können wir übrigens folgendes Probe-Paket empfehlen:

    3er Weinpaket – 28 € inkl. Versand

    2012 Cochemer Rosenberg, Weingut Josef Thielmann, Riesling Hochgewächs trocken

    2012 Mehringer Zellerberg, Weingut Reh, Riesling Spätlese

    2012 Vom Roten Schiefer, Rebenhof, Ürzig, Riesling Kabinett feinherb

    Das ganze ist bestellbar per Mail an info@weinland-mosel.de!

  4. Die kleinen Moseldörfchen stecken voller Geschichte und Geschichtchen, dessen Zeitzeugen heute noch viele historische Gebäude sind. Doch diese können leider nicht erzählen. Wer durch Zeltingen und Rachtig und die umgebende Mittelmosel wandert, sollte vielleicht einmal einen Blick auf http://www.beiwebers.de/kuniberts-erben/ werfen. Geschichten aus diesen beiden Moseldörfern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Da werden die Häuser und die Histörchen wieder lebendig!

  5. I’m really impressed with your writing abilities as smartly as with the layout for your blog. Is that this a paid theme or did you customize it yourself?
    Anyway stay up the excellent quality writing, it is uncommon to peer a great weblog like this one these days.
    restaurant frankfurt oder

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