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IchZeit Rheinland Pfalz
2.05.2013 von:
2
Mai
Hans Wilhelm
von
Kategorie: Nahe, Weinreich-Scout,

Carawellness

Es scheint, als ginge am Kurhimmel von Bad Kreuznach ein neuer Stern, der den sonoren Namen Caravelle trägt, auf. Die heilklimatische Lage im Salinental, unweit von Crucenia-Therme und klassizistischem Bäderhaus, verpflichtet geradezu zu einem luxuriösen Kurhotel. Eine Aufgabe, die sich Geschäftsführer Oliver Riedle vor gut zehn Jahren auf den Leib geschrieben hat und entschlossen angeht.

Hotelaufnahme bei Dämmerung_klein

Am seichten Ufer der Nahe erhebt sich, umrahmt von alten Bäumen und pompösen Villen aus Zeiten, in denen Kuren noch den Reichen und Schönen vorbehalten waren, ein Gebäudekomplex im Oranienpark, der mich im ersten Moment an ein Krankenhaus erinnert. Doch bei näherem Hinsehen weichen die anfänglichen Gemeinsamkeiten mit der sterilen und stresserfüllten Atmosphäre einer Klinik dem behaglichen Eindruck eines freundlich-modernen Gästehauses. Einzig die mit dem Aufenthalt verbundene heilende Wirkung teilt sich dieses aufstrebende 3-Sterne-Superior Hotel mit einem Hospital, denn die ausgesprochene Wellnessoase im Penthouse ist ein wahrer Ort der Ruhe und Entspannung. Und die dazugehörige Dachterrasse mit ihrem herrlichen Ausblick ein Ort der Glückseligkeit.

Familie Riedle_klein

Damit die Gäste auch außerhalb der Wellnessoase freudestrahlend über die Flure schlendern, ließ Oliver Riedle Schritt für Schritt die 103 Zimmer und Bäder des nunmehr im heiteren Landhausstil erstrahlenden Kurhotels renovieren. Denn Riedles Devise ist klar: das Hotel Caravelle soll selbst anspruchsvollen Gästen genügen, weshalb er von sich und seinem Team Höchstleistung verlangt. Vor allem aber erwartet er Leidenschaft, da nur mit dem nötigen Herzblut und dem Gespür für das Wohl des Gastes eine Beziehung zu Selbigem geschaffen werden kann, die zu einem dauerhaften Band führt. Uns so wird, dank dieses heimeligen Gefühls des Willkommenseins, selbst eine ernste Tagung schon einmal zu einem Hauch von Urlaub.

Weinstube_klein

Zu den Attraktionen des Hauses gehört zweifelsohne die gemütliche Weinstube, in die uns Riedle zum Essen einlud. Das äußerst vielseitige und stimmige Menü fand seinen Auftakt in einer erfrischenden Variation von Bruschetta aus frischem und knackigem Spargel.

Gruß aus der Küche Spargel Bruschetta_klein

Nicht weniger erfrischend war die ausgefallene Panna Cotta von der geräucherten Forelle, deren milder Geschmack von der Räuchernote der Forelle sowie einem feinen Sahnemeerrettichton durchzogen war und sich angenehm mit dem dezent gewürzten Gemüsebett ergänzte. Begleitet wurde sie von einem grünen Silvaner aus dem Weingut Benz (Nahe), welcher mit Noten von Kräutern, einer dezenten Süße am Gaumen, wenig Säure, und einem gehaltvollen Abgang daherkam.

Panna Cotta von der geräucherten Forelle_klein

Der Hauptgang bestand aus einem ideal gebratenen Zander, einem nicht minder perfekt gegarten Kartoffel-Bärlauch-Ragout und einer schmackhaften Rieslingsoße. Gerade für die lukullische Verbindung zwischen dem zarten Fleisch des Süßwasserfisches und dem, dank des frischen Bärlauchs, aromatischen Gemüse werden sich Genießer erwärmen können. Hierzu wurde ein sehr harmonischer 2011er Riesling Tonmergel trocken aus dem Weingut Korrell (Nahe) kredenzt, der bereits mit seinem fruchtigen Bukett von Apfel und Limone sein Potenzial aufzeigte, welches sich am Gaumen mit zartem Schmelz, feiner Mineralität sowie einem ausgezeichneten Frucht-Säure-Spiel gänzlich offenbarte.

Als eine ganz andere Offenbarung erwies sich indes die auf einem Schieferteller servierte, wunderbare Dessertkombination aus einem Stück herzhafter Rüblitorte, einem Löffel erfrischenden Erdbeersorbets und einem Glas unglaublich aromatischen Minzeschaums. Ein Gewürztraminer aus dem Weingut Benz eskortierte das Dessert auf besonders einträchtige Art und Weise. Bereits in der Nase entwickelte dieser mit einem Hauch von Rosen und Veilchen ein beachtliches Bukett, das am Gaumen mit einer dezenten Süße, ausgeprägter Frucht und erfrischender Säure begleitet wurde. Ein harmonisch, leichtfüßiges Duett zum Abschluss!

Rüblikuchen mit Erdbeer-Sorbet und Minze_klein

Apropos: Wer sich nach dem köstlichen Mahl die Füße vertreten möchte, ist in Bad Kreuznach goldrichtig. Denn neben dem prunkvollen Kurviertel und dem idyllischen Schlosspark bietet das beschauliche Städtchen an der Nahe mit seinen Brückenhäusern eine wahre Rarität. So zählen die Fachwerkhäuser auf der alten Nahebrücke neben der Krämerbrücke in Erfurt und der inneren Brücke in Esslingen zu den einzigen deutschen Brücken, die noch mit Häusern bebaut sind. Ebenso sehenswert wie auch beeindruckend ist die mittelalterliche Architektur an der Ellerbachmündung, dem Kreuznacher „Canale Grande“ gewissermaßen – nicht von ungefähr kommt also der liebevolle Spitzname „Klein-Venedig“.

Aufnahme Brückenhäuser B Kreuznach_klein



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2 Antworten zu “Carawellness”

  1. Christian Christian sagt:

    Welch tolle filigrane Arbeit bei den Gerichten. Sehr schön und detailverliebt!

  2. Hans Wilhelm Hans Wilhelm sagt:

    Lieber Christian,
    Du hast wie immer den Finger am richtigen Loch. Der junge nachgerückte Küchenchef (Herr Lange) hat mit Sicherheit eine große Zukunft vor sich, wenn er seinem eingeschlagenen Weg treu bleibt. Die Speisen haben sehr gut mit den Weinen harmoniert. Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wenn sogenannte Nachwuchsköche sich etablieren und die Liebe zum Detail pflegen.
    Vielen Dank für Deine zutreffende Feststellung!
    Liebe Grüße
    Hans Wilhelm

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